ISAFJORD / NEST
The Unseen Passage / Hidden Stream
ISAFJORD sind eine ganz ausgezeichnete junge Band
aus Norwegen die diese wunderschöne CD bereits 1998 aufgenommen
haben, sich danach aber leider ein wenig aus den Augen verloren
haben (Oslo vs. Trondheim). Nichts desto trotz ist vergangenes
Jahr (01) das Material über das polnische Label Thundra-Records
als Split-CD mit dem finnischen Projekt NEST erschienen. Aber
zurück zu ISAFJORD, denn die Jungs haben es geschafft, ein sehr
melodiöses Soundgewebe abzugeben, das mit unerwarteten Einschüben
und Experimenten aufwartet. Direkt im ersten Lied wird dies bereits
deutlich, denn der Gesang schwankt zwischen den überwiegend rauhen,
kreischenden Black Metal-typischen Tonlagen und getrageneren dunklen,
beinahe gesprochenen Worten. Es dominieren zudem die metallischen
Klänge im Midtempobereich, dennoch werden ruhige Synthiestellen
geschickt in das Klangbild integriert, die mit den angesprochenen
Zwischenspielen aufwarten. Man scheut sich nicht dunkle Keyboardteppiche
auszurollen, die verträumt durch ein dunkles Tal wabern, noch
elektronische "Zitterklänge" einzuschieben. Insgesamt wird die
Musik dadurch sehr verspielt und abwechslungsreich, wenngleich
auch selbstverständlich kein puristisches BM-Meisterwerk. Dennocht
ist die Musik mit viel Liebe zum Detail aufgenommen worden und
bei dem Stück Nummer drei "Night Majesty" gibt dann Charlotte
Lohne ihre Stimme noch zum Besten.
Auf der anderen Seite der CD (?!) findet sich
dann das Einmann-Projekt NEST von dem finnen A. Tolonen der mit
ganz ruhigen Klängen und ausgefallenen, progressiven Instrumenten
(Synthie, Kantele & Didgeridoo) aufwartet. Die Musik ist dementsprechend
mehr im Ambient-Bereich anzusiedeln denn im Metal, dennoch bereitet
sich eine wohlgefällige atmosphärische Stimmung im Zimmer aus
und die recht mystisch verträumten melodien verwandeln es in einen
nebelverhangenen Wald, in dem die Töne widerhallen, sich verlieren,
wiederfinden, verlaufen und zurückkehren. Die Musik treibt in
dieser stillen Umgebung friedlich dahin, immer im Fluß doch nicht
immer an der Oberfläche - eben wie ein "Hidden Stream" - der Name
ist Programm. Die extrem im Hintergrund murmelnde Stimme paßt
perfekt in diese dunkle, mystische Stimmung.